tagesschau_fb

Tagesschau verspätet sich – das Publikum tobt

Die Tagesschau bot am Montagabend ein ungewohntes Bild: Die Uhr zeigte schon 20:00:43, als das Studio auf dem Bildschirm erschien, erst um 20:00:54 ertönte der Ton zur vollen Stunde. Fast eine ganze Minute Verspätung und das bei der Tagesschau – der letzten Instanz für Zuverlässigkeit im deutschen TV. Was war passiert?

Das dramatische Gruppenspiel der deutschen Mannschaft bei der Handball-EM in Kroatien war passiert. In der letzten Sekunde des Spiels entschieden die Schiedsrichter nach Videobeweis und langer Diskussion auf Siebenmeter für Deutschland, wodurch die Mannschaft noch zu einem Unentschieden kam. Durch die Aktion dauerte das Spiel länger als angenommen – und dann versagten alle Verantwortlichen bei der ARD gleichzeitig.

Weil Handball nicht Fußball ist, kam eine Verschiebung der Tagesschau für die ARD nicht in Frage und so schaltete man direkt aus dem Getümmel ins Nachrichtenstudio, wo die Regie anscheinend nicht so schnell damit gerechnet hatte. Und so kam es dann zu der Verspätung von knapp einer Minute, die die ARD mit „technischen Problemen in der zentralen Sendeleitung“ begründete – sprich: Der eine Redakteur wusste nicht, was der andere entschieden hatte.

Mit diesem Hickhack schaffte es der Sender, alle Zuschauer gleichermaßen gegen sich aufzubringen: Die Handball-Fans, die gerne noch die eine oder andere Reaktion auf das dramatische Spiel gesehen hätten genauso, wie die Pünktlichkeitsfanatiker, die ihre heile Welt in Gefahr sahen. Die Reaktionen im Netz waren eine Mischung aus echtem Ärger, gespielter Empörung und unverhohlenem Hohn. Hier die besten Beispiele:

Die ARD sieht sich jedenfalls im Recht und pocht auf den Informationsauftrag, in dem wohl explizit eine Ausstrahlung der Tagesschau um 20 Uhr verankert ist:

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *