@pianoaround: In 88 Tasten um die Welt

Es ist eine dieser Geschichten, die uns für ein paar Minuten aus der Gleichförmigkeit unseres Großraumbüroalltags reißen. Eines dieser anti-kapitalistischen Märchen, eine Gegenerzählung zum großen Rennen um die nächste Beförderung, das nächste Statussymbol. Dotan Negrin, ein New Yorker mit griechisch-israelischen Vorfahren, kündigt eines Tages seinen Job und reist fortan mit einem Piano um die Welt. „I would wake up every day, working toward someone else’s dream, doing what people told me to do“, sagt Negrin. „I was very unhappy. I wasn’t challenged, and the work wasn’t gratifying.“ Also brach er einfach auf, durchquerte die USA, reiste bis nach Südamerika. Mehr als 300 Städte in 21 Ländern besuchte Dotan Negrin. Und überall spielte er sein Piano.

Piano on the Brooklyn Bridge! Video coming soon…😜

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Die Geschichte vom ungebundenen Pianisten, den Musik und Laune durch die Welt treiben, steckt voller Klischees. Und dennoch berührt sie uns. Internationale Medien berichteten über Negrins Reisen, der US-amerikanische Rolling Stone fotografierte ihn 2013 beim berühmten Wüsten-Festival Burning Man. Auf den Straßen von San Cristobal de Las Casas in Mexiko lauschten die Leute ebenso wie vor dem Eiffelturm in Paris. Dotan Negrin und sein Piano schafften es sogar bis in die menschenleeren Regenwälder von Guatemala. Der Kampf gegen die Einsamkeit war eine der größten Herausforderungen, denen sich Negrin stellen musste. Es gab Zeiten, da hätte er gerne alles hingeschmissen, wäre gerne zurückgekehrt in sein altes, geregeltes Leben. Zeiten, in denen er alleine in seinem Auto weinte – überwältigt und überfordert von seinen Gedanken.

Doch jeden Tag schob Dotan Negrin sein Piano aufs Neue durch die Straßen. Und jeden Tag lernte er neue Menschen kennen, wurde eingeladen, wurde bekocht. Begegnungen, die Negrin zeigten, dass ein anderes Leben möglich war. Und die ihn auf seinem Weg bestärkten.

Lake Tahoe, California. Have you been? 😎

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Mittlerweile hat der reisende Pianist wieder einen festen Job angenommen. Ein paar Tage die Woche. Doch das Musizieren, das Reisen und die Menschen, das bleibt. Die Geschichte von Dotan Negrin ist eine klassische Geschichte. Vom Ausstieg, den wir uns selbst nicht trauen, bei anderen aber bewundern. Ein letzter Blick auf die Grachten von Amsterdam oder die glühende Weite des Grand Canyon, ein Seufzer, ein Klick. Das Instagram-Fenster ist zu, zurück an die Arbeit.

Do the Amsterdam dance! I miss that city!

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