Marius Sperlich inszeniert den Körper neu

Eine Brust wird zum Milchspender, eine kleine Figur fährt mit dem Rasenmäher über die Augenbrauen einer Frau und in einem geöffneten Mund schwimmen kleine Fische. Das Instagram-Profil von Marius Sperlich erinnert viel mehr an einen Ausstellungsort als an einen herkömmlichen Account auf der  Foto-App.

Der Fotograf aus Berlin hat eine Online-Galerie geschaffen – kuratiert mit seinen eigenen Werken. Zuvor arbeitete Sperlich in der Werbung – bis er sich entschied, seinen Job aufzugeben, um sich ganz der Fotografie zu widmen.

Eine gute Entscheidung: Mittlerweile präsentiert er seine Bilder auch offline. Momentan kann man seine Bilder in der Gruppenausstellung „Fumes and Perfumes“ in Stuttgart betrachten. Auch in São Paulo hängen seine Bilder seit kurzem in der GWSG Gallery.

Immer wieder setzen seine Werke einzelne Körperteile in einen neuen Kontext und versieht sie mit seiner surrealen Bildsprache, die den Betrachter zweimal hinschauen lässt.

Mit seinen Posts adressiert er unter anderem auch die widersprüchlichen Regelungen von Instagram, die nur männliche Nippel auf ihrer App zulassen. Weibliche Nippel hingegen müssen weiterhin zensiert werden. Bilder wie diese verbildlichen die Absurdität, die sich dahinter verbirgt.

Lamborghini zerkratzt: Wer macht so etwas?

Jeder, der ein Auto und keine Garage besitzt, kennt das Gefühl. Schon ein kleiner Kratzer im Lack sorgt für echten inneren Schmerz. Wie fühlt sich dann erst ein Blick auf diesen völlig zerkratzten Lamborghini Gallardo aus? Wie eine Darmspiegelung? Das tut einfach nur weh. Und was war da jetzt los? Hat der Besitzer sein Auto letztes Jahr am 1. Mai in Berlin Kreuzberg stehen lassen? Nicht ganz. Der Gallardo ist nämlich ein Ausstellungsobjekt, das jeder besichtigen kann. Und zwar im Aros Museum in Aarhus. Bei diesem alternativen Paintjob handelt es sich also um Kunst. Um „Fast Art“, wie auf der Fahrertür liebevoll eingekratzt wurde. „Low Key“ hat der Künstler es genannt. Die Idee dahinter: Die Besucher sind aufgefordert, den italienischen Supersportwagen selbst zu zerkratzen. An der Stelle wird der Horror schnell zum Faszinosum. Der beste Beweis: An dem Lack ist kaum noch eine heile Stelle.