Wahnsinn: Skypool in der 42. Etage mit Glasboden

Jesus konnte über das Wasser laufen, so steht es geschrieben. Bewohner des Market Square Towers in Houston, Texas, können das zwar nicht. Aber sie sind nah dran an den göttlichen Fähigkeiten. Auf dem Dach des 42-stöckigen Gebäudes befindet sich ein Schwimmbecken in luftiger Höhe, ein Skypool. Das ist aber noch gar nicht das Besondere. Klar, ein Pool in 150 Metern Höhe ist auch wirklich noch nichts Außergewöhnliches. Was diesen Skypool ausmacht, das zeigt jetzt der Haus-eigene Instagram-Kanal. Mit jedem Schritt, den der Handyfilmer macht, steigt der Adrenalinpegel, und zwar gehörig.

Highlight in Houston: Hier können Sie über der Stadt laufen, im Pool

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Die Beckhams – Wenn Dad der coolste ist

Es ist schwer der Nachwuchs einer prominenten Persönlichkeit zu sein. Man kommt halt danach, wie die Bezeichnung richtig sagt. Berühmt ist der andere, man selbst gehört einfach dazu. Ein Klagelied davon kann wahrscheinlich der jüngste US-Präsidenten-Zögling Barron Trump singen. Vereidigungen und Amtsgeschäfte sind einfach nicht die richtige Welt für einen Zehnjährigen. Aber wir wollen jetzt nicht in Mitleid verfallen. Obwohl, doch ein wenig. Aber wegen des Sohnes einer anderen Berühmtheit. Brooklyn bringt es auf Instagram auf beachtliche 9,1 Millionen Follower. Nicht schlecht für einen 17-jährigen Jungen aus London.

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Klar, Brooklyn ist nicht irgendein erfolgreicher Instagram-Star. Er ist der Sohn von Ex-Fußballer und Stil-Ikone David Beckham. Und da haben wir es wieder. Schwups, wird man als Nachwuchs einfach zum „Sohn von“ degradiert. Aber Daddy verfügt auf dem sozialen Netzwerk auch über schlappe 32 Millionen Abonnenten!

Presentation underway!! @daniel.kearns @kentandcurwen #LFWM

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Wie schwierig es wirklich sein kann, wenn dein Vater einfach cooler ist als du, hat Brooklyn Beckham jetzt bei einem Instagram-Live-Video gemerkt. Prompt schaltet sich während der Übertragung der Vater ein und fragt, ob das T-Shirt nicht aus seinem Schrank sei und warum der Sohn sich eigentlich gerade nicht in der Schule befände. Höchstes Troll-Level erreicht, David Beckham!

Beckham video 2

Brooklyn Beckham Insta Video

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Autor: Tobias Singer

Väter, Dutts und Zauberschlösser

Wer interessiert sich heute noch für Rapunzel und ihr langes Haar? Die Grimm’schen Schönheitsideale sind so staubig wie das Turmzimmer der jungen Gefangenen. Es ist 2015, Geschlechtervorurteile sind auf dem Rückzug, und der begehrteste Haarschopf im Märchenreich gehört heute längst den Männern. Dies belegt der Instagram-Account @manbunsofdisneyland, dessen Macher unter dem gleichnamigen Hashtag Fotos von Gästen des Vergnügungsparks Disneyland sammeln. Dabei interessieren sie sich jedoch nicht für irgendwelche Parkbesucher, sondern ausschließlich für Männer, die ihre langen Haare zu einem Dutt binden.

Die mit einem Knoten gebändigte Männermähne liegt im Trend, ein Symbol für selbstbewusste Männlichkeit jenseits von Stereotypen. Dieses neue Rollenbild feiert @manbunsofdisneyland in einem Reigen von Bildern. Männer mit Rucksack, Männer mit Essen, Männer mit Frauen. Aber vor allem tiefenentspannte Väter mit Haarknödel auf dem Kopf und Baby im Arm. Traumhafte Männer vor traumhafter Kulisse. Der Dilf, modernes Sexsymbol und Fetisch aus der schönen neuen Welt des Internets, der sexuell begehrenswerte Vater als männlicher Wiedergänger der Milf, der „Mom I’d Like to Fuck“. Die gütigen, langhaarigen Männer und die heile Welt des Kinderparadieses. Zwei Sehnsüchte finden hier zusammen. #manbunsofdisneyland ist eine Liebeserklärung an den Vater, an den Mann, der sich selbst nicht immer ganz so ernst nimmt. Kein besserer Ort für diese kleine romantische Schwärmerei als das Märchenreich von Disneyland.

This guy has been spotted once again! #manbun #mun #manbuns #dca #disneyland #manbunsofdisneyland

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@ma_olson's #manbun vs the Sword in the Stone 😝 #mun #manbuns #disneyland #dca #manbunsofdisneyland

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@pianoaround: In 88 Tasten um die Welt

Es ist eine dieser Geschichten, die uns für ein paar Minuten aus der Gleichförmigkeit unseres Großraumbüroalltags reißen. Eines dieser anti-kapitalistischen Märchen, eine Gegenerzählung zum großen Rennen um die nächste Beförderung, das nächste Statussymbol. Dotan Negrin, ein New Yorker mit griechisch-israelischen Vorfahren, kündigt eines Tages seinen Job und reist fortan mit einem Piano um die Welt. „I would wake up every day, working toward someone else’s dream, doing what people told me to do“, sagt Negrin. „I was very unhappy. I wasn’t challenged, and the work wasn’t gratifying.“ Also brach er einfach auf, durchquerte die USA, reiste bis nach Südamerika. Mehr als 300 Städte in 21 Ländern besuchte Dotan Negrin. Und überall spielte er sein Piano.

Piano on the Brooklyn Bridge! Video coming soon…😜

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Die Geschichte vom ungebundenen Pianisten, den Musik und Laune durch die Welt treiben, steckt voller Klischees. Und dennoch berührt sie uns. Internationale Medien berichteten über Negrins Reisen, der US-amerikanische Rolling Stone fotografierte ihn 2013 beim berühmten Wüsten-Festival Burning Man. Auf den Straßen von San Cristobal de Las Casas in Mexiko lauschten die Leute ebenso wie vor dem Eiffelturm in Paris. Dotan Negrin und sein Piano schafften es sogar bis in die menschenleeren Regenwälder von Guatemala. Der Kampf gegen die Einsamkeit war eine der größten Herausforderungen, denen sich Negrin stellen musste. Es gab Zeiten, da hätte er gerne alles hingeschmissen, wäre gerne zurückgekehrt in sein altes, geregeltes Leben. Zeiten, in denen er alleine in seinem Auto weinte – überwältigt und überfordert von seinen Gedanken.

Doch jeden Tag schob Dotan Negrin sein Piano aufs Neue durch die Straßen. Und jeden Tag lernte er neue Menschen kennen, wurde eingeladen, wurde bekocht. Begegnungen, die Negrin zeigten, dass ein anderes Leben möglich war. Und die ihn auf seinem Weg bestärkten.

Lake Tahoe, California. Have you been? 😎

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Mittlerweile hat der reisende Pianist wieder einen festen Job angenommen. Ein paar Tage die Woche. Doch das Musizieren, das Reisen und die Menschen, das bleibt. Die Geschichte von Dotan Negrin ist eine klassische Geschichte. Vom Ausstieg, den wir uns selbst nicht trauen, bei anderen aber bewundern. Ein letzter Blick auf die Grachten von Amsterdam oder die glühende Weite des Grand Canyon, ein Seufzer, ein Klick. Das Instagram-Fenster ist zu, zurück an die Arbeit.

Do the Amsterdam dance! I miss that city!

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#FreeTheNipple: Schablonen der Gleichberechtigung

Putin, hoch zu Ross, mit nacktem Oberkörper und stolzgeschwellter Brust: läuft. US-Comedian Chelsea Handler oben ohne in der gleichen Pose: ein Fall für die Zensur. An der Brustwarze scheiden sich die digitalen Geister. Für viele Plattformen im Netz stellt die Darstellung von weiblichen Nippeln einen Verstoß gegen ihre Richtlinien dar. Fotos dieser Art werden von Facebook und Instagram umgehend gelöscht. Männer hingegen können ihre Brust im Netz ganz ungestört präsentieren. Ein herber Rückschlag für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, fand die kanadische Künstlerin Micol Hebron und teilte im vergangenen Jahr bei Facebook eine Bastelanleitung: „Wenn ihr Oben-ohne-Fotos von Frauen posten wollt, benutzt bitte diese Schablone eines gesellschaftlich akzeptierten männlichen Nippels, um den anstößigen weiblichen Nippel zu verdecken.“

#FreeTheNipple

Quelle: Facebook

In den vergangenen Tagen hat Hebrons #FreeTheNipple-Kampagne ihren Höhepunkt erreicht. Um gegen die diskriminierenden Richtlinien von Sharing-Diensten wie Instagram zu protestieren, stellten etliche Nutzer Schablonen-Fotos ins Netz. Diese werden – wie die Brustwarzen stillender Mütter – von den Anbietern nicht gelöscht. Schon 2014 verteidigte Kevin Systrom, CEO von Instagram, den Umgang seines Unternehmens mit Nacktheit: Sein Ziel sei es, das soziale Netzwerk zu einem möglichst sicheren Ort für Teenager und Erwachsene zu machen.

Viele Nutzer sehen in dieser Praxis jedoch eine Diskriminierung des weiblichen Körpers. Freizügige Stars wie Rihanna und Miley Cyrus protestieren schon länger gegen die Zensur von Facebook und Instagram. „Orange Is the New Black“-Darsteller Matt McGorry entdeckte kürzlich den Feministen in sich und stellte ein Bodybuilding-Foto von sich ins Netz – mit den Brustwarzen von Miley Cyrus und US-Model Chrissy Teigen.

Hi. This is a photo of me from my bodybuilding years, circa 2010. And these are the nipples of @mileycyrus and @chrissyteigen (I hope you don't mind me borrowing them!) from their Instagram posts that were removed due to the dangerousness of their visible female nips. Can’t you tell by how perverse my photo has become without my asexual male nippies? Sarcasm. If you're new to the #FreeTheNipple movement (like I am!) let me tell you what I think I understand about it. The banning of women's nipples may sound normal or even inconsequential as you think, "well, women's nipples are more sexual than men's nipples”. But that’s not some scientific fact. It’s because of how our society so heavily sexualizes women. And it should be up to the individual woman to decide if she wants to show them, just like men have the choice. Part of the stand of #FreeTheNipple is about the right of women to claim what their breasts and nipples mean to THEM, and not have that be defined by how men and much of society decides what their boobies mean. At this point, if you’re still clinging to the notion of “well, that’s just the way it’s been,” then you might reconsider thinking of yourself as a rational and progressive person. If you have breasts, you might think, “I’m not interested in showing my niplets on social media or in public,” in which case you should feel free to keep ‘em swaddled! But shouldn’t you support the freedom of CHOICE of the INDIVIDUAL woman to do this even if YOU don’t want to? Like, even if you’d never be interested in joining a protest, wouldn’t you think it’s important to have the CHOICE to be able to legally protest, if one so chooses? The answer is yes. You might be thinking to yourself, there are way more important issues out there than women being able to expose their bumpy buttons whenever men can. But it’s not just about getting an even tan; it’s one piece of the puzzle of creating deep change in the way our society objectifies women and creates these different standards for men and women (and other genders). At the heart of it, it’s simply about gender equality and equal rights. – #FreeTheNipple and photoshop newbie

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Doch nicht alle Plattformen sind so prüde wie die Unternehmen des Zuckerberg-Imperiums. Twitter mutet seinen Nutzern den Anblick nackter weiblicher Brüste durchaus zu, weshalb der Kurznachrichtendienst auch zu einem Hort des Protestes in der #FreeTheNipple-Kampagne wurde. Im Frühjahr 2014 lief Scout Willis, Tochter von Demi Moore und Bruce Willis, oben ohne durch New York. Und postete ein Bild ihres Spaziergangs auf Twitter. Für Instagram war das zu viel nackte Haut.

https://twitter.com/Scout_Willis/status/471420788872982528/photo/1