Smartphoneterror – Selfie from Hell

Selfies, Selfies, Selfies – wenn man sich auf Facebook und Instagram umschaut, muss die Frontkamera zum Herzstück eines jeden Handys geworden sein. Klar, dass es dieses neue Kulturgut irgendwann mal in einen Horrorstreifen schaffen muss. Das Smartphone hat ja bereits schon einmal die Hauptrolle übernommen. Jetzt also das Selbstportrait via Handy. Dem Kurzfilm „Selfie from Hell“ reichen 1,41 Minuten, eine Hauptdarstellerin, ein Spiegel und, natürlich, ein Smartphone für reichlich Horror. Wait for it!

 

 

Moderner Design-Tod

Es treibt einem schier die Tränen in die Augen. In der bayerischen Landeshauptstadt wird der Denkmalschutz so peinlich genau gepflegt, dass gefühlt nicht mal ein Blumentopf platziert werden darf, wenn er das Gesamtbild stört. Und in Japan? Da wird einfach so ein Designjuwel abgerissen, das wie kein anderes für den japanischen Minimalismus steht: das Hotel Okura in Tokyo.

Die Moderne hat die Moderne überrollt. Und so soll Platz gemacht werden für einen monströsen, gesichtslosen Hotelbau, der wohl in keinster Weise an das herankommen wird, was im Hotel Okura geschaffen wurde. Pünktlich zum 31. August 2015 schloss das Grand Hotel, in dem Präsidenten, Könige, echte und musikalische Prinzessinnen residierten, seine hübsch designten Shoji-Papier-Türen. Zuvor hatten sich Designer aus der ganzen Welt für den Erhalt des Hotel Okura ausgesprochen, das 1962 von Architekt Yoshiro Taniguchi gebaut wurde und auch heute eine Vielzahl an japanischen Kunstwerken in sich vereint hat. Einen Überblick darüber gibt jetzt das Monocle Magazine, das das Okura ein letztes Mal besucht hat.

Sayonara, Okura!

Ähnlich ikonisch wie das Hotel Okura ist auch das TWA Terminal des J.F.K. Flughafens in New York. 1962 vom finnischen Architekten und Designer Eero Saarinen gestaltet, ist das Terminal heute eine Art Zeitmaschine in eine bessere, schönere Designvergangenheit. Und weil auch hier die Moderne nicht mehr modern ist, wurde das Terminal bereits 2001 geschlossen und soll künftig ein Designhotel beherbergen. Ob und wie das Hotel an alte Zeiten anknüpfen will, ist auch heute noch ungewiss. Doch bevor es soweit ist und die Arbeiten für das Boutique Hotel beginnen, hat Curbed noch einen letzten Blick in die Flughafenikone riskiert.

In freier Wildbahn – Lamborghini Veneno Roadster driving in Beverly Hills!

Beverly Hills und teure Supersportsportwagen – eine Kombination, so selten wie ein McDonalds-Besuch mit Magenschmerzen endet. Klar, dass jetzt ein großes ‚aber‘ kommen muss. Also, los geht’s: Lamborghinis dürften hier keine Seltenheit sein, aber: wenn auf dem Rodeo-Drive ein mattschwarzer Stier mit Namen Veneno Roadster auftaucht, dann kann man sich auch in Beverly Hills schon einmal umdrehen oder das Smartphone zücken, um das Ganze für die Internetwelt festzuhalten, so wie Youtuber South Bay Exotics. Warum genau das so ist? Immerhin wurden vom 3,3 Milionen Euro teuren Lamborghini Veneno Roadster gerade einmal neun Stück produziert! Fast unnötig zu sagen, dass sie bereits alle ausverkauft waren, bevor sie überhaupt vom Band rollten und inzwischen wahrscheinlich das Doppelte auf die Preiswaage legen. Also, danke für das Video und eine Bitte an den Besitzer: Bitte nie wieder! Die Spazierfahrt muss für den armen Zwölfzylinder-Supersportler, der es immerhin auf 355 Stundenkilometer Spitze bringt, eine echte Stierquälerei gewesen sein.

Kunst und Film

Videoinstallationen sind mittlerweile in der zeitgenössischen Kunst nicht wegzudenken. Hier sind drei Videos, die zu einer lebenden Installation gehören und avantgardistisch zwei Fertigkeiten verbinden:

Banksys Bemusement-Park „Dismaland“

„A theme park like no other“ heißt es. Vielleicht weil amusement hier zu bemusement wird. Denn gesellschaftskritisch, wie man Banksy kennt, kann man in einem Spiel zum Beispiel überladene Flüchtlingsboote über’s Wasser bewegen – Anlegen ist aber nicht möglich. Oder aber, die düstere Version von Disneyland ist so unvergleichlich, weil es hier ganz einfach fantastische Kunst zu sehen gibt. Hier gibt es das Video zum Projekt zu sehen – im echten Park kann man neben Banksys Arbeiten außerdem noch Werke von fast 60 weiteren Künstlern aus 17 Ländern bewundern. Bis 27. September ist „Dismaland“ geöffnet.

Matthew Barneys „The CREMASTER Cycle“ Kunstfilm-Reihe

Matthew Barney durchläuft die verschiedenen Ebenen des Guggenheim Museums in New York City wie in einem Computerspiel. Neben den Skulpturen hat der Medienkünstler zu jedem Level einen Film gemacht. Die Serie enthält zwar kaum Dialoge, dafür aber große Symbolik und Mythen von Mormonen bis Freimaurer und Kelten. Durchgehendes Thema: das männliche Geschlechtsorgan. Vielleicht ein „großer Akt der Masturbation“, wie es „The Guardian“ zur Veröffentlichung ausdrückte. Aber höchst ästhetisch!

Lady Gaga performt „The Abramović Method“

700 Stunden lang saß Marina Abramović im MoMa in New York City. Jeder Museumsbesucher durfte sie beobachten, sich von ihr beobachten lassen. Mit ihrer Performance „The Artist is Present“ bewies sie enorme Ausdauer. Die Strategie dahinter lehrte die Performance-Künstlerin auch ihrem Schützling Lady Gaga: „Abramović Method“ genannt. Das sind verschiedene Techniken, das Bewusstsein des eigenen physischen und mentalen Erlebens zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu steigern. Die Methode bereitet Teilnehmer darauf vor, lang anhaltende Darbietungen leisten und auch wahrnehmen zu können. Einen kleinen Eindruck gibt es hier zu sehen:

Väter, Dutts und Zauberschlösser

Wer interessiert sich heute noch für Rapunzel und ihr langes Haar? Die Grimm’schen Schönheitsideale sind so staubig wie das Turmzimmer der jungen Gefangenen. Es ist 2015, Geschlechtervorurteile sind auf dem Rückzug, und der begehrteste Haarschopf im Märchenreich gehört heute längst den Männern. Dies belegt der Instagram-Account @manbunsofdisneyland, dessen Macher unter dem gleichnamigen Hashtag Fotos von Gästen des Vergnügungsparks Disneyland sammeln. Dabei interessieren sie sich jedoch nicht für irgendwelche Parkbesucher, sondern ausschließlich für Männer, die ihre langen Haare zu einem Dutt binden.

Die mit einem Knoten gebändigte Männermähne liegt im Trend, ein Symbol für selbstbewusste Männlichkeit jenseits von Stereotypen. Dieses neue Rollenbild feiert @manbunsofdisneyland in einem Reigen von Bildern. Männer mit Rucksack, Männer mit Essen, Männer mit Frauen. Aber vor allem tiefenentspannte Väter mit Haarknödel auf dem Kopf und Baby im Arm. Traumhafte Männer vor traumhafter Kulisse. Der Dilf, modernes Sexsymbol und Fetisch aus der schönen neuen Welt des Internets, der sexuell begehrenswerte Vater als männlicher Wiedergänger der Milf, der „Mom I’d Like to Fuck“. Die gütigen, langhaarigen Männer und die heile Welt des Kinderparadieses. Zwei Sehnsüchte finden hier zusammen. #manbunsofdisneyland ist eine Liebeserklärung an den Vater, an den Mann, der sich selbst nicht immer ganz so ernst nimmt. Kein besserer Ort für diese kleine romantische Schwärmerei als das Märchenreich von Disneyland.

This guy has been spotted once again! #manbun #mun #manbuns #dca #disneyland #manbunsofdisneyland

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@ma_olson's #manbun vs the Sword in the Stone 😝 #mun #manbuns #disneyland #dca #manbunsofdisneyland

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Moderne Kunst im Digitalen Zeitalter

Moderne Kunst macht sich um ihren Namen verdient. Mit diesen Künstlern, die das digitale Zeitalter erobern.

Technologie wird kreativ

Der französische Fotograf Francois Dourlen bringt Leinwandhelden ins wahre Leben. Dabei legt er mit seinem iPhone Film- und Fernseh-Charaktere über Alltagssituationen. Da läuft dann eine Maus im London Eye, ein Mülleimer kriegt einen Minion-Kopf, Edward mit den Scherenhänden schneidet Speck und Patrick Star aus Spongebob guckt aus einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

instagram.com/francoisdourlen/

:)

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Taylor Swift wird Emma Watson

That Nordic Guy verschmelzt die Gesichtszüge verschiedener Stars und kreiert neue, unwirklich schöne Gesichter. Die plötzliche Publicity, die der Norweger im Netz bekommen hat, hat den Künstler selbst total überrascht. Uns nicht – jetzt, wo wir wissen, wie schön Kinder von Megan Fox und Angelina Jolie wären.

thatnordicguy.deviantart.com/ 

In case you didn't hate yourself enough already:

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Audrey Hepburn frühstückt wieder at Tiffany’s

Mit der Serie „FILMography“ hat der Fotograf Christopher Moloney seiner Liebe zum Film alle Ehre gemacht. Der Kanadier hat für sein Projekt Fotografien ikonischer Filmszenen an ihre Original-Drehorte „zurück“ gebracht und das in einer Fotosammlung festgehalten. Genaueste Untersuchungen waren notwendig, um herauszufinden, wo die Szenen gedreht wurden, bevor Moloney dann an jeden Platz selbst gereist ist und die Bilder in die richtige Perspektive gebracht hat.

instagram.com/Moloknee/

#newyork #breakfastattiffanys #audreyhepburn #georgepeppard #FILMography #ues

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Du bist Pornhub!

„Läuft bei dir“ hat sich fest in unserem Sprachgebrauch etabliert. Als Ausdruck höchster Anerkennung lässt sich der Satz schließlich universell einsetzen. Ein echtes Kommentar-Multitalent. Aber lässt sich das mit Kalkül mit einem x-beliebigen Wort oder einer Aussage erreichen? Und könnte man, weil man sich ja gerne Herausforderungen stellt, den Firmennamen gleich mit einbauen? Dachte sich offenbar Pornhub. Ab sofort können User für einen monatlichen Beitrag ohne Werbung und in HD-Qualität das Angebot der Internetseite für Erotikfilme nutzen. Egal wann, egal wo. Um auf die werbefrei Version hinzuweisen, muss man aber – klar: Werbung machen. Und die möchte den Ausspruch „Pornhub Premium“ als Konkurrenz für den Ausdruck von Begeisterung ins Rennen schicken. Ob sich das durchsetzt, wagen wir zu bezweifeln. Awesome geht dann doch flüssiger über die Lippen. Aber um es mit den Worten eines amerikanischen Philosophen zu sagen: Get Rich Or Die Trying.

https://vimeo.com/135087833

 

 

Krasse Typen, krosser Speck

Grill kann ja nun wirklich jeder. Gas, Holzkohle, Lavastein. Alles Kindergarten. Krasse Typen rösten ihren Frühstücksspeck auf dem Lauf eines Maschinengewehrs. So wie der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas. In einem YouTube-Video wickelt Cruz Bacon und Alufolie um eine Waffe und ballert, bis das Fett spritzt. Noch erstaunlicher als seine Kochkünste sind Cruz‘ Ambitionen. 2016 möchte er US-Präsident werden. Im Weißen Haus müsste er sich dann wohl eine neue Zubereitungsmethode für sein Frühstück ausdenken.

https://www.youtube.com/watch?v=tU4yqTuVDwk

Die Vorlieben des republikanischen Politikers sind keine Ausnahme, Cruz ist nur einer von vielen (Hobby-)Köchen, die ihre Küchen in Abenteuerspielplätze verwandeln. In der US-amerikanischen TV-Kochshow „Extreme Chef“ kämpfen die Teilnehmer bei der Zubereitung ihrer Mahlzeiten nicht nur gegen Konkurrenten, sondern auch gegen Beinahe-Naturkatastrophen. In einer Web-Episode der Serie können die Extremköche vor den heimischen Bildschirmen lernen, wie man ein Steak zubereitet – auch wenn kein Gas für den Grill da ist. Zwar schmeckt das Motor-Steak am Ende nach Diesel, aber das ist ja auch Nebensache.

Ein ähnliches Experiment – aber mit mehr Stil – versuchte der Automobilhersteller Lexus beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Der Sternekoch Mario Kotaska bereitet ein Rinderfilet mit Rosmarin und Spargel zu. Auf dem Motor eines Lexus IS F CCS-R. Das „Filet Nordschleife“, stilecht serviert in der Boxengasse, gibt der staubigen Bezeichnung „heißer Ofen“ endlich einen Sinn.

Wellenreiter – DC SHOES: ROBBIE MADDISON’S „PIPE DREAM“

Innerhalb von 24 Stunden über 2 Millionen Views auf Youtube und über 6 Millionen auf Facebook. Für solche Zahlen muss DC Shoes normalerweise schon mit Ex-Chef Ken Block und reichlich Gymkhana–Action aufwarten. Diesmal ist alles anders: Statt vier Räder gibt es zwei, statt Block trumpft Stuntfahrer Robbie “Maddo” Maddison auf und statt „Gymkhana“ heißt es „Pipe Dream“ . Schauplatz ist keine Asphaltwüste, sondern der Küstenstreifen von Französisch-Polynesien. Ein echtes Paradies. Da wundert es auch nicht, wenn Robbie Maddison plötzlich auf seinen zwei Rädern über das Wasser fährt.

Teurer Spaß – Porsche 918 Spyder Crash

Sie wollten schon immer wissen, wie schnell so ein Porsche 918 Spyder eigentlich aus dem Stand beschleunigen kann? Dann geht es Ihnen vielleicht wie der Begleitung dieses Fahrers. Der wollte die Dame nicht unwissend lassen. Ein echter Gentleman halt. Im Sonnenuntergang von St. Tropez wird der Sport-Hybride also angefeuert. Die beinahe 900 Pferdestärken lassen den Porsche, von dem übrigens nur 918 Stück produziert wurden, förmlich aus dem Parkplatz springen. Ein Schrei ist zu hören.

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