Kendrick Lamar feiert Grammy Nominierungen in Compton

Fast hätte Kendrick Lamar der Legende Michael Jackson das Wasser gereicht. Fast. Es sind nicht 12 Grammy-Nominierungen wie 1984 für „Thriller“ geworden, aber immerhin eine weniger. Mit „To Pimp A Butterfly“ stemmte Kendrick vergangenes Jahr ein meisterhaftes Album in den Erdboden, das genreübergreifend Kritiker überzeugte und eine Wirkung auf die afroamerikanische Popkultur hatte, wie schon lange keine Platte mehr. In Compton, wo er geboren und aufgewachsen ist, feiert er ganz ungleich aller Pop-Diven mit den normalen Menschen – zu sehen in einem neuen Kurzfilm, der eine Hommage ist. An den 100.000-Mann-Stadtteil in Los Angeles, der als gefährlichster sozialer Brennpunkt Nordamerikas gilt. Wo die zwei brutalsten Straßengangs der Welt – Crips und Bloods – ihren Ursprung haben. Trotzdem und gerade deshalb ist Compton seit den 1980ern eine Brutstätte musikalischer Kreativität, die ihresgleichen sucht. Nach Dr. Dre, Ice Cube, Eazy-E und The Game ist es nun Kendrick Lamar, der die Fackel weiterträgt. Am 15. Februar wird er um die Trophäe „Album des Jahres“ unter anderem gegen Taylor Swift antreten müssen – und wahrscheinlich verlieren.

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