Moderner Design-Tod

Es treibt einem schier die Tränen in die Augen. In der bayerischen Landeshauptstadt wird der Denkmalschutz so peinlich genau gepflegt, dass gefühlt nicht mal ein Blumentopf platziert werden darf, wenn er das Gesamtbild stört. Und in Japan? Da wird einfach so ein Designjuwel abgerissen, das wie kein anderes für den japanischen Minimalismus steht: das Hotel Okura in Tokyo.

Die Moderne hat die Moderne überrollt. Und so soll Platz gemacht werden für einen monströsen, gesichtslosen Hotelbau, der wohl in keinster Weise an das herankommen wird, was im Hotel Okura geschaffen wurde. Pünktlich zum 31. August 2015 schloss das Grand Hotel, in dem Präsidenten, Könige, echte und musikalische Prinzessinnen residierten, seine hübsch designten Shoji-Papier-Türen. Zuvor hatten sich Designer aus der ganzen Welt für den Erhalt des Hotel Okura ausgesprochen, das 1962 von Architekt Yoshiro Taniguchi gebaut wurde und auch heute eine Vielzahl an japanischen Kunstwerken in sich vereint hat. Einen Überblick darüber gibt jetzt das Monocle Magazine, das das Okura ein letztes Mal besucht hat.

Sayonara, Okura!

Ähnlich ikonisch wie das Hotel Okura ist auch das TWA Terminal des J.F.K. Flughafens in New York. 1962 vom finnischen Architekten und Designer Eero Saarinen gestaltet, ist das Terminal heute eine Art Zeitmaschine in eine bessere, schönere Designvergangenheit. Und weil auch hier die Moderne nicht mehr modern ist, wurde das Terminal bereits 2001 geschlossen und soll künftig ein Designhotel beherbergen. Ob und wie das Hotel an alte Zeiten anknüpfen will, ist auch heute noch ungewiss. Doch bevor es soweit ist und die Arbeiten für das Boutique Hotel beginnen, hat Curbed noch einen letzten Blick in die Flughafenikone riskiert.

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