„Kompletter Stilausfall“: Modesünden von Seehofers Führungsriege amüsieren das Netz

Genüsslich werden derzeit die Anzugsünden von Horst Seehofer und seinem Ministerium des Innern, für Bau und Heimat bei Twitter auseinandergenommen. Ein Maßschneider aus London versah das Bild der Führungskräfte mit einer bissigen Mode-Kritik (siehe oben) und über das Ergebnis amüsiert sich das Netz seither königlich. Die Vorwürfe des Experten an die hohen Herren: Zu kurze und zu eng sitzende Sakkos. Zu lange Sakkos. Zu eng geschnittene Hosen. Zu lange Hosen. Die falsche Krawattenfarbe. Braune Schuhe. Und obendrein sehe Seehofer mit seinen Schulterpolstern wie ein Roboter aus.

Die Kritikpunkte sind natürlich allesamt berechtigt, auch wir bei GQ haben Herrn Seehofer schon mal einige gut gemeinte Mode-Ratschläge ans Herz gelegt:

Und dennoch hat der Mode-Dilettantismus von Seehofers Crew auch etwas beruhigendes. So zeigt sich doch, was deutsche Politiker und deren Mitarbeiter am Ende sind: Beamte. Und die standen in der Bundesrepublik nie für modische Raffinesse. So pedantisch sie manchmal bei der Pflichterfüllung sind, so nachlässig ist ihr Stil.

Der hängt heute allerdings sicher mit der Schmucklosigkeit der Bonner Republik zusammen – und den Lehren nach dem zweiten Weltkrieg. Beamte sind seitdem Artikel 33 des Grundgesetztes verpflichtet: Wie sie dabei aussehen, ist (fast) egal. Denn die Zeiten der „schicken“ Uniformen haben eines gelehrt: die sehen zwar „gut“ aus, die Männer darin begingen aber die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Da sind einem doch heute ein paar schlecht gekleidete Männer als Politiker und Beamte lieber – selbst von der CSU…