Krasse Typen, krosser Speck

Grill kann ja nun wirklich jeder. Gas, Holzkohle, Lavastein. Alles Kindergarten. Krasse Typen rösten ihren Frühstücksspeck auf dem Lauf eines Maschinengewehrs. So wie der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas. In einem YouTube-Video wickelt Cruz Bacon und Alufolie um eine Waffe und ballert, bis das Fett spritzt. Noch erstaunlicher als seine Kochkünste sind Cruz‘ Ambitionen. 2016 möchte er US-Präsident werden. Im Weißen Haus müsste er sich dann wohl eine neue Zubereitungsmethode für sein Frühstück ausdenken.

https://www.youtube.com/watch?v=tU4yqTuVDwk

Die Vorlieben des republikanischen Politikers sind keine Ausnahme, Cruz ist nur einer von vielen (Hobby-)Köchen, die ihre Küchen in Abenteuerspielplätze verwandeln. In der US-amerikanischen TV-Kochshow „Extreme Chef“ kämpfen die Teilnehmer bei der Zubereitung ihrer Mahlzeiten nicht nur gegen Konkurrenten, sondern auch gegen Beinahe-Naturkatastrophen. In einer Web-Episode der Serie können die Extremköche vor den heimischen Bildschirmen lernen, wie man ein Steak zubereitet – auch wenn kein Gas für den Grill da ist. Zwar schmeckt das Motor-Steak am Ende nach Diesel, aber das ist ja auch Nebensache.

Ein ähnliches Experiment – aber mit mehr Stil – versuchte der Automobilhersteller Lexus beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Der Sternekoch Mario Kotaska bereitet ein Rinderfilet mit Rosmarin und Spargel zu. Auf dem Motor eines Lexus IS F CCS-R. Das „Filet Nordschleife“, stilecht serviert in der Boxengasse, gibt der staubigen Bezeichnung „heißer Ofen“ endlich einen Sinn.

#Mankind: Die Welt zu Gast bei Fremden

Ein Baby tapst einen Hausflur entlang. Die Kamera gleitet hinterher – hin zum Licht, hin zur Welt. Eine Stimme flüstert große Fragen. Nein, das ist nicht der Trailer zum neuen Film von Terrence Malick, Hollywoods großem Pseudophilosophen. Es ist der Spot zur neuen Kampagne von Unterkunftportal Airbnb. Für gewöhnlich lehrt das Unternehmen aus dem Silicon Valley mit seinem Angebot an privaten Übernachtungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt die klassische Hotelbranche das Fürchten. Mit der neuen Twitter-Kampagne verhält es sich umgekehrt: Vor ihr gruseln sich die Nutzer.

Die Idee hinter „Is Mankind?“ ist so naiv wie wunderbar. Mit dem Spot wirbt Airbnb für Toleranz und Offenheit: Lasst uns die Welt erkunden, lasst uns die Komfortzonen verlassen, lasst uns das Fremde verstehen lernen, kurz: Lasst uns eins werden. Auf Twitter startete die Aktion durch – jedoch in die falsche Richtung. Losgelöst vom Video wirkten die Zitate, die Airbnb in den vergangenen Tagen ins Netz streute wie Szenen aus einem Horrorfilm. Schlaft in ihren Betten, sitzt an ihren Tischen, schaut durch ihre Fenster. „Now this is not creepy at all“, kommentierte ein Nutzer voller Ironie. Auf Twitter bekam die Kampagne mit Gruselpotenzial einen ganz neuen Dreh.

Das Onlineportal selbst nahm den Rückschlag locker und konzentrierte sich auf seine Botschaft. Einige Tage nach dem Twitter-Shitstorm postete Airbnb anlässlich einer Sportlergala, bei der auch Caitlyn Jenner auftrat, ein GIF, das dem englischen Begriff „Mankind“ seine Vielfalt zurückgibt. Wer auf der richtigen Seite der Geschichte steht, muss sich über ein bisschen Gegenwind nicht ärgern.

 

 

 

 

@pianoaround: In 88 Tasten um die Welt

Es ist eine dieser Geschichten, die uns für ein paar Minuten aus der Gleichförmigkeit unseres Großraumbüroalltags reißen. Eines dieser anti-kapitalistischen Märchen, eine Gegenerzählung zum großen Rennen um die nächste Beförderung, das nächste Statussymbol. Dotan Negrin, ein New Yorker mit griechisch-israelischen Vorfahren, kündigt eines Tages seinen Job und reist fortan mit einem Piano um die Welt. „I would wake up every day, working toward someone else’s dream, doing what people told me to do“, sagt Negrin. „I was very unhappy. I wasn’t challenged, and the work wasn’t gratifying.“ Also brach er einfach auf, durchquerte die USA, reiste bis nach Südamerika. Mehr als 300 Städte in 21 Ländern besuchte Dotan Negrin. Und überall spielte er sein Piano.

Piano on the Brooklyn Bridge! Video coming soon…😜

A photo posted by Dotan Negrin (@pianoaround) on

Die Geschichte vom ungebundenen Pianisten, den Musik und Laune durch die Welt treiben, steckt voller Klischees. Und dennoch berührt sie uns. Internationale Medien berichteten über Negrins Reisen, der US-amerikanische Rolling Stone fotografierte ihn 2013 beim berühmten Wüsten-Festival Burning Man. Auf den Straßen von San Cristobal de Las Casas in Mexiko lauschten die Leute ebenso wie vor dem Eiffelturm in Paris. Dotan Negrin und sein Piano schafften es sogar bis in die menschenleeren Regenwälder von Guatemala. Der Kampf gegen die Einsamkeit war eine der größten Herausforderungen, denen sich Negrin stellen musste. Es gab Zeiten, da hätte er gerne alles hingeschmissen, wäre gerne zurückgekehrt in sein altes, geregeltes Leben. Zeiten, in denen er alleine in seinem Auto weinte – überwältigt und überfordert von seinen Gedanken.

Doch jeden Tag schob Dotan Negrin sein Piano aufs Neue durch die Straßen. Und jeden Tag lernte er neue Menschen kennen, wurde eingeladen, wurde bekocht. Begegnungen, die Negrin zeigten, dass ein anderes Leben möglich war. Und die ihn auf seinem Weg bestärkten.

Lake Tahoe, California. Have you been? 😎

A photo posted by Dotan Negrin (@pianoaround) on

Mittlerweile hat der reisende Pianist wieder einen festen Job angenommen. Ein paar Tage die Woche. Doch das Musizieren, das Reisen und die Menschen, das bleibt. Die Geschichte von Dotan Negrin ist eine klassische Geschichte. Vom Ausstieg, den wir uns selbst nicht trauen, bei anderen aber bewundern. Ein letzter Blick auf die Grachten von Amsterdam oder die glühende Weite des Grand Canyon, ein Seufzer, ein Klick. Das Instagram-Fenster ist zu, zurück an die Arbeit.

Do the Amsterdam dance! I miss that city!

A photo posted by Dotan Negrin (@pianoaround) on

#FreeTheNipple: Schablonen der Gleichberechtigung

Putin, hoch zu Ross, mit nacktem Oberkörper und stolzgeschwellter Brust: läuft. US-Comedian Chelsea Handler oben ohne in der gleichen Pose: ein Fall für die Zensur. An der Brustwarze scheiden sich die digitalen Geister. Für viele Plattformen im Netz stellt die Darstellung von weiblichen Nippeln einen Verstoß gegen ihre Richtlinien dar. Fotos dieser Art werden von Facebook und Instagram umgehend gelöscht. Männer hingegen können ihre Brust im Netz ganz ungestört präsentieren. Ein herber Rückschlag für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, fand die kanadische Künstlerin Micol Hebron und teilte im vergangenen Jahr bei Facebook eine Bastelanleitung: „Wenn ihr Oben-ohne-Fotos von Frauen posten wollt, benutzt bitte diese Schablone eines gesellschaftlich akzeptierten männlichen Nippels, um den anstößigen weiblichen Nippel zu verdecken.“

#FreeTheNipple

Quelle: Facebook

In den vergangenen Tagen hat Hebrons #FreeTheNipple-Kampagne ihren Höhepunkt erreicht. Um gegen die diskriminierenden Richtlinien von Sharing-Diensten wie Instagram zu protestieren, stellten etliche Nutzer Schablonen-Fotos ins Netz. Diese werden – wie die Brustwarzen stillender Mütter – von den Anbietern nicht gelöscht. Schon 2014 verteidigte Kevin Systrom, CEO von Instagram, den Umgang seines Unternehmens mit Nacktheit: Sein Ziel sei es, das soziale Netzwerk zu einem möglichst sicheren Ort für Teenager und Erwachsene zu machen.

Viele Nutzer sehen in dieser Praxis jedoch eine Diskriminierung des weiblichen Körpers. Freizügige Stars wie Rihanna und Miley Cyrus protestieren schon länger gegen die Zensur von Facebook und Instagram. „Orange Is the New Black“-Darsteller Matt McGorry entdeckte kürzlich den Feministen in sich und stellte ein Bodybuilding-Foto von sich ins Netz – mit den Brustwarzen von Miley Cyrus und US-Model Chrissy Teigen.

Hi. This is a photo of me from my bodybuilding years, circa 2010. And these are the nipples of @mileycyrus and @chrissyteigen (I hope you don't mind me borrowing them!) from their Instagram posts that were removed due to the dangerousness of their visible female nips. Can’t you tell by how perverse my photo has become without my asexual male nippies? Sarcasm. If you're new to the #FreeTheNipple movement (like I am!) let me tell you what I think I understand about it. The banning of women's nipples may sound normal or even inconsequential as you think, "well, women's nipples are more sexual than men's nipples”. But that’s not some scientific fact. It’s because of how our society so heavily sexualizes women. And it should be up to the individual woman to decide if she wants to show them, just like men have the choice. Part of the stand of #FreeTheNipple is about the right of women to claim what their breasts and nipples mean to THEM, and not have that be defined by how men and much of society decides what their boobies mean. At this point, if you’re still clinging to the notion of “well, that’s just the way it’s been,” then you might reconsider thinking of yourself as a rational and progressive person. If you have breasts, you might think, “I’m not interested in showing my niplets on social media or in public,” in which case you should feel free to keep ‘em swaddled! But shouldn’t you support the freedom of CHOICE of the INDIVIDUAL woman to do this even if YOU don’t want to? Like, even if you’d never be interested in joining a protest, wouldn’t you think it’s important to have the CHOICE to be able to legally protest, if one so chooses? The answer is yes. You might be thinking to yourself, there are way more important issues out there than women being able to expose their bumpy buttons whenever men can. But it’s not just about getting an even tan; it’s one piece of the puzzle of creating deep change in the way our society objectifies women and creates these different standards for men and women (and other genders). At the heart of it, it’s simply about gender equality and equal rights. – #FreeTheNipple and photoshop newbie

A photo posted by Matt McGorry (@mattmcgorry) on

Doch nicht alle Plattformen sind so prüde wie die Unternehmen des Zuckerberg-Imperiums. Twitter mutet seinen Nutzern den Anblick nackter weiblicher Brüste durchaus zu, weshalb der Kurznachrichtendienst auch zu einem Hort des Protestes in der #FreeTheNipple-Kampagne wurde. Im Frühjahr 2014 lief Scout Willis, Tochter von Demi Moore und Bruce Willis, oben ohne durch New York. Und postete ein Bild ihres Spaziergangs auf Twitter. Für Instagram war das zu viel nackte Haut.

https://twitter.com/Scout_Willis/status/471420788872982528/photo/1

 

Heftig! – #clickbaitamovie macht aus Filmtiteln klickträchtige Überschriften

Clickbaiting ist out. Während die klickträchtigen Überschriften anfangs noch die Newsfeeds unserer Facebook-Profile überschwemmten, kräht mittlerweile kein Hahn mehr danach. Im Gegenteil, man macht sich gerne mal über sie lustig. Ein neuer Internettrend hat es nun geschafft, Clickbaiting cool zu machen – zumindest teilweise.

Unter dem Hashtag #Clickbaitamovie überbietet sich die Twittergemeinde momentan darin, kreative Überschriften für bekannte Filmtitel zu finden. Angefangen hat alles mit einem Tweet der Comedy Central Show @Midnight:

Wir haben die lustigsten Überschriften gesammelt. Denn die sind in der Tat großes Kino!

 

http://twitter.com/simple_guides/status/603861645698473984/

http://twitter.com/kennedylizrose/status/603872182435971072/

https://twitter.com/FO7935/status/603877651581804544/

http://twitter.com/ocaveney/status/603832300598632448/

http://twitter.com/LogicalCampaign/status/603831066823151617/

Männerposen – Das Broga-Movement

Der neueste Fitness-Trend kommt mal wieder aus den USA. Broga heißt der und ist eine besondere Form des Yoga – nur für echte Bros! Wer also mehr Machismo braucht als Mantras, für den ist Broga genau das Richtige. Broga setzt auf Kraft statt Meditation und ist perfekt für alle, denen die Beweglichkeit ihrer weiblichen Yoga-Partnerin ein Dorn im Auge ist.

Die Illustratorin Hannah Rothstein hat diesen Trend nun wörtlich genommen. Sie hat Broga neu inszeniert. Und wie es sich gehört, ist dabei viel Testosteron im Spiel. Mit den Broga-Posen von Hannah werden die Bierbauchmuskeln gleich doppelt aktiviert – beim Sport und beim gleichzeitigen Verzehr des Lieblingsgetränks. Wer braucht schon grünen Tee, wenn er was besseres haben kann.

Mehr witzige Broga-Posen von Hannah Rothstein gibt es auf ihrer Website:

Vogelperspektive – Jetman Dubai : Young Feathers 4K

Schon als er ein Junge war, träumte Yves Rossy vom Fliegen. Doch nur Pilot zu sein war dem Schweizer Erfinder nicht genug. Zusammen mit einer Entwicklungsfirma hat Rossy den Jet Wing erfunden, der dem Mensch buchstäblich Flügel verleiht. Das Gerät, das auf den Rücken geschnallt wird, ermöglicht es, über weite Strecken und ohne weitere Hilfe durch die Luft zu schweben. Gemeinsam mit Protége Vince Reffet hat er nun einen spektakulären Stunt gewagt: einen Flug über Dubai. Wer wissen möchte, wie sich die Beiden dabei gefühlt haben, kann sie auf ihrer Internetseite Jetman Dubai selbst fragen. Für uns sieht das auf jeden Fall nach viel Spaß aus.

 

Mehr als ein Wow – Owen Wilson says Wow

Ein Wow sagt mehr als tausend Worte. Das hat sich offenbar auch ein Fan von Owen Wilson gedacht. Er hat die bekanntesten Szenen zusammengeschnitten, in denen Owen Wilson Wow sagt. Herausgekommen sind 2 Minuten 35 Sekunden pures Erstaunen. Aber ein Wow ist nicht nur ein Ausdruck der Verwunderung – zumindest, wenn man von amerikanischen Wow ausgeht. Owen Wilson beweist, dass man mit drei einfachen Buchstaben viel mehr sagen kann, als es auf den ersten Blick scheint. Diese Wows sollten wir uns auf jeden Fall merken.

Hinweis: Um das animierte GIF zu sehen, klicken Sie auf das jeweilige Bild

 

1. Das „OMG, ich habe den Hochzeitstag vergessen“-Wow

Es ist das vielleicht peinlichste aller Wows. Weil man es einfach nicht glauben kann, dass man schon wieder den Hochzeitstag vergessen hat. Oder das Telefon. Oder den Namen des letzten One-Night-Stands. Was nach dem Wow kommen sollte? Am besten viel Text, um die Situation geschickt zu umschiffen.

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2. Das „Ich hatte gerade das Craft-Bier meines Lebens“-Wow

Bei machen Situationen weiß man auf Anhieb: Ich habe gerade Großes erlebt. Eine Geburt, einen Elefanten auf dem Rathausplatz. Einen Moment, an den man sich zurück erinnern wird. Es ist mit das tollste aller Wows, hinterlässt aber vor allem eins: Sprachlosigkeit.

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3. Das „Da steht ein cooler Sportwagen mit meinem Namen“-Wow

Fast schon kindlich ist dieses Wow, das uns immer dann rausrutscht, wenn wir was richtig Cooles entdeckt haben. Vorteil an diesem Wow ist seine Kommunikationsstärke. Denn von diesem Wow müssen wir unbedingt unseren Freunden erzählen. Ob sie glauben, was man erlebt hat, das steht auf einem anderen Blatt.

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4. Das „Baby, ich mag deine Armband-Uhr“-Wow

Mann muss nicht unbedingt ein Aufreißer sein, um dieses Wow an die Frau zu bringen. Das bewundernde Wow kommt so oder so gut an. Bevor man mit diesem Wow kokettiert, sollte man sich aber schon mal einen flotten Spruch überlegen. Denn dieses Wow kann – falsch eingesetzt – auch leicht dämlich wirken.

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5. Das „Ich kann nicht fassen, dass der FC Bayern/ Borussia Dortmund verloren hat“-Wow

Dieses Wow verdient auch mal ein wenig Respekt. Denn meist rutscht es uns so raus. Einfach so und ganz beiläufig, ohne dass wir es merken. Dabei ist dieses Wow nicht minder wichtig, als die anderen. Es überzeugt durch Flexibilität, denn nach dem Wow folgt entweder eine kopfschüttelnde Ausführung des Bundesliga-Spieltages oder halt auch gar nichts. Wie das bei Männern eben so ist.

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6. Das „Ich glaub es nicht, Sie ist allergisch auf Schuhe“-Wow

Wer gelernt hat, Frauen zu verstehen hat immer gute Karten. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen sie uns überraschen. Und die haben genau dieses Wow verdient. Das Wow hat viel Potential, denn es kann mal positiv, mal negativ verwendet werden. Funktioniert übrigens auch beim Chef, wenn aus dem Nichts heraus eine Gehaltserhöhung kommt. Und das ist das Problem mit diesem Wow: Häufig sehen werden wir es nicht.

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Manchmal versteckt es sich auch, das Wow. So, wie im Namen von OWen Wilson. Reiner Zufall oder einfach nur: Wow?

Noch mehr Wows von Owen Wilson gibt es hier auf YouTube.

Gaming In Echt – Tetris von Rémi Gaillard

Eigentlich ist Rémi Gaillard Schuhverkäufer. Was bestimmt eine gute Schule war für das, was der Franzose heute tut. Er ist Komiker und hat einen eigenen YouTube-Kanal, in dem er den Menschen Streiche spielt. Allerdings hat sich Gaillard auf eine Sache besonders spezialisiert. Er bringt Computerspiele ins wahre Leben zurück. Da wird dann schon mal der arme Sonic The Hedgehog zum Ziel der örtlichen Polizei.

In seinem neuesten Video hat sich Gaillard einen neuen Videospieleklassiker vorgenommen: Tetris. Verkleidet als Tetris-Blocks lässt sich ganz wunderbar Schabernack aller Art betreiben, wie man in seinem neuesten YouTube-Hit sieht.

Innerhalb von zwei Tagen hat das Video knapp 1,5 Millionen Abrufe auf YouTube bekommen. Was sich im ersten Moment viel anhört. Nicht aber für Gaillard. Sein Klassiker Pac Man wurde bis jetzt fast 50 Millionen Mal angeschaut. Und das trotz eines verwackelten Videos mit nerviger Musik. Die Wege des Viral-Universums sind eben manchmal unergründlich.

Musik-Video-Kunst – „Go“ von The Chemical Brothers

Gäbe es einen Oscar für Musikvideos, Michel Gondry hätte hunderte davon. So gab es leider nur einen Goldjungen für sein Drehbuch zu „Vergiss mein Nicht“. Eigentlich hätte der begnadete Regisseur sich zur Ruhe setzen können. Doch statt sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen macht Gondry weiter Musikvideo – so, wie er es seit Mitte der 90er-Jahre getan hat.

Wir erinnern uns: Da gab es diese kleine, zierliche Sängerin aus Island, die im Video zu ihrer Single „Human Behaviour“ in einer Art Komikwelt von einem Plüschbären verfolgt wird.

Die Musikvideos, die Gondry im Laufe des nächsten Jahrzehnts dreht, sind so legendär wie seine Filme. Für seine Landsleute Daft Punk kreiert Gondry 1997 das Video zur Single „Around the World“. Seine Handschrift ist mittlerweile unverkennbar. Bunt, ein bisschen durchgeknallt und auch ein stückweit mechanisch wirken seine Videos, die aus dem oft faden MTV Alltag ausbrechen.

Mit dem 2001er Video zum Song „Fell in love with a girl“ der White Stripes treibt Gondry die mechanische Abstraktion auf die Spitze. Zum Beat der Musik bewegen sich Lego-Figuren auf und ab, die die aussehen wie die White Stripes selbst. Gondry schaffte es, selbst dem härtesten Gitarrenriff eine kindliche Note zu verleihen.

Wir spulen vor. Genauer gesagt fast 15 Jahre vor. Im neuen Musikvideo zu „Go“ von den Chemical Brothers zeigt sich: Gondry hat nichts von seiner Faszination verloren. Wir sehen wagemutige Design-Kapriolen, Tänzer, die einen mit einfachen Mitteln in ihren Bann ziehen. Es braucht nur zwei Metallstangen, und schon hat Gondry die Aufmerksamkeit des Zuschauers, so als würde er einen spannenden Krimi drehen. Bei so viel Videokunst braucht es weder MTV, noch Viva. Die Kunst des Michel Gondry spricht für sich.